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Architekturführer über die Böttcherstraße erschienen
Im renommierten Stadtwandel Verlag ist als Nr. 152 der Band
Böttcherstraße Bremen
erschienen.
Lesen Sie hier die ersten Zeilen:
Dafür, dass er einen Ort hat entstehen lassen, der tagtäglich von Hunderten oder gar Tausenden zumeist begeisterten Menschen aufgesucht wird, macht Ludwig Roselius ein ziemlich mürrisches Gesicht: Die Stirn in Falten gelegt, die Mundwinkel nach unten gezogen, die Augen verdüstert. Zu betrachten ist sein bronzenes Abbild im Handwerkerhof des Paula-Becker-Modersohn-Hauses in der Böttcherstraße. Eines jener Werke des Bildhauers Bernhard Hoetger, die die schmale Gasse zu Dutzenden zieren. Roselius hätte doch angesichts dieses städtebaulichen Ensembles, das Hoetger und andere in seinem Sinne realisiert haben, fröhlich blicken können. Erst recht, weil es auch heute noch - gut 80 Jahre nach dem Bau der meisten Häuser - eines der von Roselius gesteckten Ziele erreicht: Die Böttcherstraße ist neben den Stadtmusikanten, dem Markt und dem Schnoorviertel eine bevorzugte Sehenswürdigkeit vieler Bremen-Reisender. Sie schlendern durch die Gasse, setzen sich auf dem kleinen Platz vor die Gastwirtschaft und lauschen dem Glockenspiel. Warum also so mürrisch?
Die Antwort führt auf die zweite Ebene des Roselius'schen Werks - zu dem, was Roselius mit der Böttcherstraße neben der Gunst der Touristen ebenfalls erreichen wollte. Gefragt, warum Hoetger ihn 1922 so grimmig in Bronze gegossen habe, soll Roselius geantwortet haben, die Plastik zeige einen Deutschen im Angesicht des Vertrags von Versailles. Die Niederlage des Ersten Weltkrieges und der Versailler Vertrag wurden in deutschnationalen Kreisen als tiefe Schmach aufgefasst: Eine Misere war über das Volk gekommen, aus der es sich - etwa durch die Rückbesinnung auf alte Größe - selbst befreien musste. Roselius drückte es für die Böttcherstraße so aus: Ihre „Wiedererrichtung ist ein Versuch, deutsch zu denken. ... Sie ist ein Wille, um eine neue und größere Zeit für Deutschland zu wecken."
Sie sind neugierig geworden? Der 48-seitige, reich bebilderte Architekturführer ist erhältlich für 4,00 Euro im 7-Faulen-Laden und im Museumsshop der Kunstsammlungen Böttcherstraße sowie in vielen Bremer Buchhandlungen. Gerne schicken wir Ihnen das Heft zuzügl. 1,50 Euro Versandkostenpauschale auch nach vorheriger Überweisung zu. Bitte nehmen Sie Kontakt über das Formular auf oder rufen Sie einfach an unter 0421-338820






